Pressemitteilung: KiJuPa fordert konkrete Antworten vom Bundestagspräsidium

Antwort der Bundestagspräsidentin lässt zentrale Fragen zur Beteiligung jüngerer Kinder offen

Berlin, 16.09.2026: Das Kinder- und Jugendparlament Marzahn-Hellersdorf (KiJuPa) hat sich erneut an das Präsidium des Deutschen Bundestages gewandt. Anlass ist die Antwort von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner auf ein Schreiben des KiJuPa zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und zu bestehenden Zugangshürden im parlamentarischen Betrieb.

Bereits im Juni hatte das Kinder- und Jugendparlament auf die eingeschränkten Möglichkeiten aufmerksam gemacht, die insbesondere Kinder unter 15 Jahren haben, wenn sie die Arbeit des Deutschen Bundestages während des regulären parlamentarischen Betriebs kennenlernen möchten. Gleichzeitig unterbreitete das KiJuPa fünf konkrete Vorschläge, um parlamentarische Demokratie für junge Menschen unmittelbarer erfahrbar zu machen.

In ihrer Antwort würdigt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner das Engagement des Kinder- und Jugendparlaments und verweist auf zahlreiche bereits bestehende Angebote. Dazu gehören unter anderem kindgerechte Führungen, Schulvorträge, Plan- und Rollenspiele, besondere Jugendveranstaltungen sowie die Internetangebote des Deutschen Bundestages.

Das KiJuPa begrüßt diese Angebote ausdrücklich. Aus seiner Sicht beantworten sie jedoch nicht die im ursprünglichen Schreiben aufgeworfenen Fragen. Insbesondere bleibt offen, aus welchen Gründen jüngere Kinder nicht die gleichen Möglichkeiten haben, den Deutschen Bundestag im regulären parlamentarischen Betrieb zu besuchen wie ältere Jugendliche.

„Wir haben nicht danach gefragt, welche Angebote es bereits gibt. Diese kennen und begrüßen wir. Wir wollten wissen, warum jüngere Kinder beim unmittelbaren Zugang zum parlamentarischen Betrieb auf besondere Hürden stoßen und ob unsere konkreten Lösungsvorschläge geprüft werden. Darauf haben wir bislang keine Antwort erhalten“, erklärt Jonas Knorr, Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendparlaments.

Am 15. September hat das KiJuPa deshalb ein weiteres Schreiben versandt. Dieses richtet sich nicht nur an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, sondern an das gesamte Präsidium des Deutschen Bundestages sowie an zahlreiche weitere Abgeordnete.

Darin bittet das Kinder- und Jugendparlament erneut um eine konkrete Prüfung seiner fünf Vorschläge:

  • parlamentarische Debatten verständlicher zu vermitteln,
  • Kinder- und Jugendparlamenten einen erleichterten Zugang zum parlamentarischen Betrieb zu ermöglichen,
  • ein pädagogisch begleitetes „Jugendprogramm Plenum“ einzurichten,
  • Jugendbesuchstage während der Sitzungswochen anzubieten,
  • regelmäßige Möglichkeiten für den direkten Austausch zwischen jungen Menschen und Abgeordneten zu schaffen.

Dem KiJuPa geht es dabei nicht darum, dass sämtliche Vorschläge ohne weitere Prüfung übernommen werden müssen. Erwartet wird jedoch eine konkrete Einschätzung zu jedem einzelnen Punkt. Sollten Vorschläge nicht umgesetzt werden können, bittet das Kinder- und Jugendparlament um eine nachvollziehbare Begründung.

„Politische Bildung bedeutet mehr, als Informationen über Demokratie bereitzustellen. Kinder und Jugendliche müssen Demokratie dort erleben können, wo sie tatsächlich stattfindet. Wer ihre Beteiligung fördern möchte, sollte sich deshalb auch mit den konkreten Hürden auseinandersetzen, auf die junge Menschen dabei stoßen“, so Knorr weiter.

Gleichzeitig erneuert das KiJuPa seine Einladung an das Bundestagspräsidium. Die nächste Plenarsitzung des Kinder- und Jugendparlaments Marzahn-Hellersdorf findet am 6. November 2026 von 16:00 bis 18:00 Uhr statt. Der Sitzungsort wird noch bekannt gegeben.

Das KiJuPa möchte den begonnenen Dialog fortsetzen – schriftlich, aber vor allem auch im direkten Austausch mit dem Präsidium und den Mitgliedern des Deutschen Bundestages.

Pressekontakt:
Vorstand des Kinder- und Jugendparlaments Marzahn-Hellersdorf
vorstand@kijupa-mahe.de
https://kijupa-mahe.de

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